Fotos: Stefan Eschert mit seiner Canon AE‐1
Video: Oli Kaffeeersatz mit seiner pseudo HD‐Kamera

Vor einigen Wochen erkundeten Oli und ich das Elbsandsteingebirge. Es war ein Wochenende. Fernab der Großstadt, der Arbeit und des Handyempfanges. Ein Reisebericht für zwei Tage im Elbsandsteingebirge wäre viel zu langweilig. Wir haben unsere Tipps für das Elbsandsteingebirge bereits veröffentlicht. Daher haben wir in diesem Beitrag unsere Vorfreude aus der Sicht des Einzelnen, den Trip in analogen Fotos und einem Video festgehalten. Ein audiovisueller Mix, der die Sitz‐ und Liegeposition vergehen und euch die Wanderschuhe anziehen lässt.

PS: Das Video befindet sich ganz unten.

Compadre Stefan:

Es passt nicht hierher. Dieser Gedanke drang durch mich hindurch, als ich das Elbsandsteingebirge zum ersten Mal mit Freunden erkundete. Die Felsformationen, die an Grand Canyons erinnern, passten einfach nicht in mein deutsches Landschaftsbild, das sich in meinem Kopf aufgebaut hat. Vom horizontgeraden Tiefland im Norden, über hüglige Mittelgebirgslandschaft, bis hin zum schroffen Hochgebirgsland im Süden. Aber diese kleine Ecke, gerademal eine halbe Stunde südlich von Dresden entfernt, an der Grenze der Tschechischen Republik gelegen, befindet sich ein kleines Wander‐ und Kletterwunder in unserem Lande.
Seit dem Tage, mein Wanderdebut zwischen diesen vom Moos bewachsenen Felswänden in der Sächsischen Schweiz, nehme ich mir jedes Jahr ein paar Tage Zeit und genieße diese atemberaubende natürliche Schönheit, die diese Region zu bieten hat. Ein wegweisender Ort, wenn Sorgen und Gedanken vor einer mentalen Sackgasse stehen. Jedes Jahr mit neuer Wanderbegleitung.
Dieses Jahr begleitete mich Oli. Ich hoffe, dass er ebenfalls diese Region als etwas Besonderes, wenn nicht sogar als Sublim ansieht.

Amigo Oli:

Eigentlich wollte ich den ganzen Trip absagen.
Wandern im Elbsandsteingebirge.
Quasi spazieren gehen mit ein paar Höhenmetern.

Wahrscheinlich würde Stefan außerdem auf unserer Route jeden einzelnen Baum umarmen. Na vielen Dank auch. Doch als ich dann an jenem Samstag Morgen um 6 Uhr aufstand, um meinen Companion am Berliner Hauptbahnhof aufzugabeln, bereitete mir die aufgehende Sonne große Vorfreude.

Ein asphaltierter Wanderweg. Rentner, viele Rentner und Familien.
Ich so: So, wandern jetzt.
Er so: Nicht wandern, hiken!
Wir biegen in eine kleine, von Tannen gesäumte Allee. Die wilde Hölle. Keine Rentner. Keine Familien. Der Weg wird zum Pfad, der Pfad zum Stieg. Mittlerweile kraxeln wir über Felsformationen, die ich nur aus Jurassic Park kenne. Uns kommen Wanderer mit Schutzhelmen entgegen. Jetzt geht‘s los, denke ich mir.

Wie sagte bereits Christopher im Film „Into The Wild“: „Anstatt Liebe, Berühmtheit oder Geld oder Vertrauen oder Fairness…gebt mir Wahrheit“. An unser Video angepasst, wäre es in etwa so:
„Anstatt Slow‐Mo‐Effekte, Cinemagraphs oder analoge Kameras…gebt uns einen High Definition Camcorder!“