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Günstig reisen: Kreta, Insel der Oliven und Gebirge – Teil 1

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Ein Reisebericht von Oli mit Fotos von Marie Lawrenz.

Kreta ist ein Mekka für Trekkingtrips und für Radsportler (z.B. Mountainbike und Downhill). Die beste Reisezeit für diese Aktivitäten ist meiner Meinung nach März bis Mai sowie Oktober und November. In den Sommermonaten werden es schnell 40 Grad im Schatten, da ist eher Surfen oder Siesta angesagt. Den einen obligatorischen Regentag im Juni habe ich zum Glück noch nie erlebt.

Am Hafen von Réthimno

Zusammen mit meiner Freundin entdeckte ich vor vier Jahren meine Leidenschaft für Griechenland. Bisher bin ich oft dorthin verreist und durfte Land, Leute und Kultur kennenlernen. In dieser kleinen zweiteiligen Artikelserie möchte ich euch mein Lieblingsreiseziel vorstellen: Kreta. Ich mache euch mit den Hot Spots meiner letzten Reise bekannt und gebe euch nützliche Tipps, wie ihr kostengünstig die Insel am südlichsten Ende Europas entdecken könnt.
Kommt mit auf die Reise im ersten Teil:

Mit dem Flieger geht es direkt nach Iráklio. Bereits der Hafen der Hauptstadt gibt einen Blick auf das Ída‐Gebirge frei. Für 80 Cent komme ich ins Zentrum oder zum nächsten Busbahnhof. Iráklio ist geschäftig und sticht damit aus dem kretischen Inselleben hervor. Für mich nicht die schönste Örtlichkeit der Umgebung, doch durch den großen orientalischen Einfluss in ihrer Architektur sehr aufregend. Es bietet viele interessante Museen (u.a. das Ikonenmuseum) und den Morosini‐Brunnen. Übrigens gibt es dort in den kleinen Tavernen auch Gyros mit Salat und Bratkartoffeln für 2,80€ und Fassbier für 2,50€. Ich war ganz von den Socken.

Gestärkt geht es für einen schmalen Taler mit dem Bus weiter nach Réthimno. Die Schnellstraße an der Nordküste Kretas ist dafür die schnellste Verbindung. Die kleine gemütliche Stadt kann eine tolle Hafenpromenade vorweisen. Ein besonders schöner Teil ist der Venezianische Hafen mit einem alten Leuchtturm. Hier lässt sich die wunderschöne Aussicht in lauschigen Restaurants sitzend mit passender griechischer Atmosphäre genießen.

Alter Leuchtturm des Venezianischen Hafens in Réthimno

Vor den Tavernen werden den Vorbeigehenden lebendige und sich windende Langusten und Hummer vor die Nase gehalten. „Wanna eat here, my brother?“ – Nein, danke. Ich hatte gerade drei Kilo Gyros.

In vielen Reiseführern wird der Arimóndi‐Brunnen als Sehenswürdigkeit angepriesen. Erwartet euch davon nicht zu viel. Stattdessen sollte die alte Festung Fortezza besichtigt werden, jedoch nicht in der Mittagshitze. In Umgebung der Fortezza lassen sich nach der Besichtigung die günstigsten Mahlzeiten mit Meerblick ergattern.
Zudem gibt es überall Magenfüller wie einen frischen Laib Brot, Olivenpaste und einem Liter Wasser für insgesamt 2,20€ oder in der ganzen Stadt Gyros für 2,50€.

Übrigens, den besten Gyros im Pita Kretas gibt es meiner Meinung nach in Réthimno im Neratze Grill an der Moschee/Odeon.

Sparfüchse finden unweit des Busbahnhofs ein größeren Supermarkt, in dem kostengünstig eingekauft werden kann.
In unzähligen kleinen Gassen der Stadt laden gemütliche und versteckte Tavernen zum Verweilen ein. Geht auf Entdeckungstour! Verlaufen kann man sich hier nicht.

In den Gassen Réthimnos verliert man sich gern in südländischem Flair

Mein nächstes Ziel ist Agia Galini im Süden Kretas. Auch hier gibt es eine Busanbindung über die Nord‐Süd‐Verbindungsstraße. Auf kurvenreichem Asphalt führt mein Weg durchs Ída‐ Gebirge. Die höchsten Gipfel tragen tatsächlich noch Schnee, und das bei 40 Grad im Schatten! Wer auf Kreta mit dem Auto unterwegs ist, sollte achterbahnerprobt sein. Kreter nehmen übrigens fast jede Kurve mit Tempolimit 80 und schneiden sie mit Leidenschaft, also ist Vorsicht geboten.

Auf der Strecke liegen viele Bergdörfer, in denen die Insel ihren Ursprung bewahrt. Zwischen all dem buschig‐kargen Bergpanorama bahnt sich die Straße durch vereinzelte Oasen aus kleinen Baumgruppen. Ich fühle mich an den Brandenburger Wald erinnert. Eine wunderbare Aussicht begrüßt mich, als ich in Spíli ankomme. Wer mal so richtig ausspannen möchte, ist hier genau richtig, denn in Spíli gibt es nicht viel mehr zu sehen als einen Brunnen und ein Kloster. Abends sind nur noch Einheimische unterwegs, die mit Touristen scheinbar noch nichts Richtiges anzufangen wissen. Ein ruhiges und gemütliches Örtchen.

Sind die Fischer unterwegs, gibt es nicht viel zu tun

Nach zirka einer Stunde Fahrt erreiche ich meinen Bestimmungsort. In Agia Galini fallen die Berge ins Wasser. Zwischen der Steilküste fügt sich ein kleiner Hafen ins Bild. Hier wirkt das tägliche Treiben nochmal einen Tick langsamer.
Ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten.
Das Meer ist ruhig, der ablandige Wind schlägt kaum Wellen.

Hier kommst du zum zweiten Teil meines Reiseberichtes über Kreta. Am Ende dieser Artikelserie erhaltet ihr noch eine übersichtliche Zusammenfassung mit allen wichtigen Fakten, um günstig die Insel zu erkunden.

Empfehlung und Interview: Mit der Routenplaner‐App komoot die Heimat entdecken

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Saftig grüne Bäume und blühende Wiesen ‐ da machen Touren Spaß

Ein App-Test mit Fotos von Ute Lawrenz.

Gehört die klassische Wanderkarte der Vergangenheit an?
Mittlerweile gibt es Routenplaner online und interaktive Reisekarten auf dem Handy. Taugen die digitalen Alternativen wirklich etwas oder sind Karte und Kompass immer noch unverzichtbar für jede Art von Outdoortrip? Ich will es wissen.

Bei gutem Pfingstwetter mache ich mich auf die Socken, um eine Routenplaner‐App zu testen, die komoot App. Sie soll mir Tourenvorschläge für Outdooraktivitäten liefern. Ausgangsort für mich ist eine Weggabelung bei Blankensee, einem Ortsteil von Trebbin im schönen Brandenburger Südwesten. Gestärkt durch Beelitzer Spargel und Schweineschnitzel will ich einen kleinen Verdauungsspaziergang absolvieren.
Also Smartphone gezückt und die App geöffnet.

Zuerst muss ich mich anmelden, damit ich mir Tourenvorschläge ansehen und auch eigene speichern kann. Die Oberfläche zeigt sich praktisch übersichtlich und verständlich und ist leicht bedienbar. Ich suche meinen Startpunkt aus. Über Aktuelle Position kann die App meinen momentanen Standort ermitteln ‐ oder ich suche mir einen beliebigen Ausganspunkt heraus.

Einszwei Einstellungen, dann geht’s los!

Ich kann zwischen einer Rundtour und einer Strecke mit Start‐ und Zielpunkt wählen. Ich entscheide mich für eine Rundtour. Nun muss ich noch ein paar weitere Einstellungen vornehmen: Meine Fortbewegungsart (Wandern, Mountainbiken oder Fahrradfahren), eine Einschätzung meiner Kondition und die Zeit oder Distanz meiner Unternehmung.

Über Tour planen gelange ich zu den Tourenvorschlägen. Diese gefallen mir sehr gut, da die ungefähr benötigte Zeit, die Distanz, der Höhenunterschied und die besonderen Merkmale der Strecke sofort auf einen Blick zu sehen sind ‐ super!

Jetzt zeigt sich meine gewählte Strecke. Bei der Wahl der Wege besteht keine Verwechslungsgefahr, denn auf dem digitalen Plan lässt es sich alles genau erkennen. Mit Hilfe kleiner Pfeile wird sogar auf die Laufrichtung hingewiesen. Was mir besonders positiv auffiel: Auch der kleinste Wanderpfad ist in der Karte verzeichnet.

Tourenvorschlag

Wird auf Los geht’s gedrückt, zeichnet die App meine zurückgelegte Wanderstrecke auf. Der Weg, den ich nun zurücklege, kann später von mir benannt und abgespeichert werden. Praktischerweise kann ich auch die Fotos, die ich auf dem Weg mit meinem Smartphone schieße, eben genau dieser Strecke zuordnen. Durch das Drücken der Lupe wird nicht etwa weiter in die Karte hineingezoomt, sondern weitere Highlights und Ausflugsziele der Strecke aufgelistet. Auch Raststätten sind darin enthalten.

Die App führt mich über schöne Wege durch eine tolle Szenerie.
Es geht am Blankensee vorbei durch einen knackig grünen Park, ich genieße die Brandenburger Landschaft. Ein kleiner Abstecher beim örtlichen Fischer ist auch noch drin. Dann bemerke ich, dass der Imker heute Tag der offenen Tür hat. Das trifft sich natürlich perfekt! Ich ändere meinen Weg in der App und decke mich beim Imker mit Honig ein, nachdem ich mir einige Dinge über Bienenzüchtung beibringen lassen habe.

Aussicht auf den Blankensee

Fazit: Wie nützlich ist die Routenplaner‐App?

Die Routenplaner‐App von komoot ist sehr praktisch und übersichtlich. Hinzu kommt ihre schnelle und einfache Bedienung. Mich fasziniert besonders, dass sogar noch so kleine und unbekannte Wanderpfade angezeigt werden. Das vermittelt mir folgendes Gefühl: Derjenige, der mir diese Tour vorschlägt, kennt sich aus. Und diese Routen sind wie in meinem Fall nicht nur gut zurückzulegen, sondern auch schön anzusehen. Informationen werden umsonst und weltweit per GPS auf dem Smartphone abgespeichert, also keine Angst, wenn die Internetverbindung in der Pampa schlapp macht.

Die komoot App bietet bereits Karten‐ und Tourenmaterial für viele europäische Regionen und wird ständig erweitert. Sie ist von großem Nutzen und ich rate jedem Naturfreund oder Outdoorsportler sie einmal auszutesten, denn sie wird in der jeweiligen Heimatregion kostenlos angeboten.

Im folgenden Abschnitt lassen wir Tobias, einen der komoot Gründer, zu Wort kommen:

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, komoot zu entwickeln und wann habt ihr eure Pläne in die Tat umgesetzt?

Die Idee zu komoot kam uns 2008 bei einer Wanderung im Allgäu. Wir hatten ein GPS‐Gerät dabei, aber waren enttäuscht von der Benutzerfreundlichkeit und den Möglichkeiten zur Tourenplanung. Also haben wir darüber nachgedacht, wie ein einfaches und nützliches Navi für Wanderer und Fahrradfahrer aussehen könnte.

Gab es Hürden während der Entstehungsphase oder seid ihr an einem Punkt sogar an eure Grenzen gestoßen?

Als Gründer stößt man ständig auf neue Herausforderungen in vielen verschiedenen Bereichen. Zur Konzeption und Produktentwicklung kommen z.B. auch schnell rechtliche oder finanzielle Fragen hinzu. Wir haben aber auch viel Hilfe bekommen, z.B. von der UnternehmerTUM oder dem Gründerservice der TU Berlin. Nachdem die ersten Konzepte standen haben wir schnell verschiedene Wettbewerbe gewonnen und Förderungen bekommen. So ging es kontinuierlich voran und wir konnten einen Investor gewinnen. Seit eineinhalb Jahren haben wir jetzt unser Büro in Potsdam am See. Das Team besteht mittlerweile aus 13 Mitarbeitern. Das macht schon ein bisschen stolz. Eigentlich gibt es nach wie vor täglich neue Herausforderungen, aber genau das motiviert uns.

Beim Nutzen eurer App für unterwegs ist uns sehr positiv aufgefallen, dass selbst die kleinsten und unbekanntesten Pfade verzeichnet sind. Wie habt ihr das bewerkstelligt?

Die Technologie hinter komoot bringt im ersten Schritt hunderte Millionen Datensätze unterschiedlicher Partner und Quellen zusammen. Zum Beispiel aus OpenStreetMap, einem genialen Projekt, dessen Mitglieder eine freie Weltkarte erstellen. Die Daten müssen dann so aufbereitet werden, dass wir daraus individuelle Routen planen, Ausflugsziele vorschlagen und topographische Karten erzeugen können. Insgesamt steckt also einiges an Technologie, Entwicklung und Rechenleistung dahinter.

Komoot ist von Naturfreunden für Naturfreunde entwickelt worden. Wie viele Touren habt ihr selbst schon mit eurer tollen Erfindung unternommen?

Wir sind ständig mit komoot unterwegs. Einerseits, weil wir neue Funktionen ja testen müssen, bevor sie in die App kommen. Wir sind aber auch privat schon süchtig danach geworden, unsere Wander‐, Fahrrad‐, Jogging‐, oder Longboard‐Touren aufzuzeichnen, sie online mit Fotos und Erinnerungen zu füllen und sie mit Freunden zu teilen. Unser großer Team‐Ausflug im Herbst war natürlich eine mit komoot geplante Wandertour.

Ob Wandern, Bergsteigen, Mountainbiken oder Fahrradfahren: Ihr bietet Tourenvorschläge für jeden Geschmack. Was steht bei komoot als nächstes auf dem Programm?

Letzte Woche haben wir die erste Sprachnavigation für Fahrradfahrer für Android herausgebracht. In Kürze kommt das auch auf dem iPhone. Für www.komoot.de gab es neue User‐ und Tourseiten. Auch dort ist einiges in der Pipeline. Diesen Sommer wird es noch eine komplett überarbeitete Routenplanung mit wesentlich mehr Information und auch für’s Rennrad geben. Wir freuen uns schon wie wild.

Vielen Dank an Stephanie und Tobias, die das Interview ermöglicht haben!

Der größte Hindernislauf der Welt: Fisherman’s Friend StrongmanRun 2012

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Hindernis #15 „Final Destination“

Mit Fotos von Pico Spoo.

Der Fisherman’s Friend StrongmanRun 2012 sollte besonders hart werden. Einfallsreichtum und Ausmaße der Hindernisse steigerten sich im Vergleich zum letzten Lauf um das Doppelte. Zu meiner Freude gesellte sich mein Freund David dazu, der nach meinen Berichten vom StrongmanRun 2011 Feuer und Flamme war. Also lief ich diesmal nicht nur gegen mich selbst, sondern auch mit und gegen ihn. Herausforderung angenommen!

Der diesjährige Lauf begann mit einer schönen Autofahrt, 7 Stunden von Berlin zum Nürburgring. Vor Ort wurden wir mit Nieselregen begrüßt, welcher in der Nacht zum Platzregen entwickelte. Nach einer Nacht im Zelt gab es am nebligfeuchten Morgen ein Sportlerfrühstück, für mich in Form von Weißbrot und Honig. Gegen 11 Uhr holten wir ganz entspannt unsere Startunterlagen ab. Irgendwie verquatschten wir uns und mussten doch noch flinke Füße machen, um rechtzeitig zum Start zu gelangen. Mittlerweile regnete es in Strömen, die frischen 7°C bereiteten uns zudem Vorfreude auf den Hindernislauf.

Fünf Minuten vor dem Startschuss waren wir im Starterfeld angekommen, bereit für die Herausforderung. Doch plötzlich kam die Durchsage, dass sich der Start um 30 Minuten verschieben würde. Doch das konnte uns nicht die Laune verderben.

12:30 Uhr starteten wir unseren Lauf ‐ es war kalt, es war nass, es war neblig ‐ ich fand es perfekt.

Ich laufe sowieso lieber bei Regen und zu einem Hindernislauf diesesFormats passt einfach kein Kaiserwetter. Es versprach eine gute Zeit zu werden. Nach weniger als zwei Kilometern standen wir plötzlich in einer großen Menschenmenge. Grund dafür war nicht etwa das erste Hindernis, nein: Fast 10.000 Läufer mussten durch ein drei Meter breites Tor mit anschließendem schlammigen Anstieg.
Eine logistische Katastrophe.

Kurz nach dem Start, Sicht gleich null

Da wir noch nicht richtig warm gelaufen waren, wurde es recht schnell kühl. Und es ging einfach nicht voran. Nach 15 Minuten Anstehen, begannen sich Läufer vorzudrengeln oder über Zäune zu klettern. Wir, unter den ersten 3000 Läufern, hatten den Anstand zu warten, bis wir voran kamen. Doch es ging nicht weiter. Mittlerweile standen wir schon eine halbe Stunde an der gleichen Stelle und uns erreichten bereits Läufer, die schon bei ihrer zweiten Runde waren. Diese wurden seltsamerweise von den Ordnern an uns vorbei geschleust und vor gelassen. Auch mussten wir feststellen, dass die Menge hinter uns über einen anderen Weg umgeleitet wurde und wir nun zum Feld der letzten 500 Leute gehörten.

Wir waren nicht auf Bestrundenzeiten aus, doch das stimmte uns etwas missmutig. Nun ging es endlich wieder voran, nach 40 Minuten Wartezeit. Schlammgruben folgten, ein Riesenspaß. Und die „Grüne Hölle“ wartete wieder mit gnadenlosen Anstiegen, einem Rauchhindernis und einer Kletterwand auf.

Wer auf faire Läufer wartete, musste viel Zeit mitbringen

Verschlammt glücklich und unter Strom

Nach weiteren Hindernissen und kernigen Anstiegen wartete ein Hindernis auf uns, was eigentlich eher an eine willkommene Entspannung erinnerte: eine riesige Wasserrutsche. Ein klasse Einfall! Doch danach ging es über Kiesberge auf einen kolossalen Schlammberg zu. Der Regen hatte alle erdenen Teile der Strecke bereits restlos in eine einzige Schlammgrube verwandelt. Beim Erklimmen dieses Schlammbergs gruben wir unsere Finger in den Dreck und versuchten uns an jedem Grashalm festzuhalten, der sich anbot. Doch nach jedem Schritt rutschten wir wieder einen halben hinunter. Nach diesem Hindernis war auch der letzte Muskel entgültig auf Hochtouren. Eine schöne Abkühlung bot da das Hindernis #8, der „Panikpool“. Ein 40 Meter langes Schwimmbecken, in dem Moment das Paradies für mich. Danach wartete ein Hindernis auf uns, welches uns mittels herabhängenden Kabeln 12V Stromstöße verpasste, eine clevere Idee! Alle weiteren Hindernisse bereiteten uns Freude und Schmerzen zugleich.
Die erste Runde beendeten wir nach 2:15 h, unsere Zielzeit belief sich nach der zweiten auf sagenhafte 3:51 h. Im Gegensatz zu meiner letzten Zielzeit von 2:46 h war das für mich eine ganz schöne Überraschung.

Schlamm, Reifen, Netze ‐ alles war vor Ort

Fazit

Der Fisherman’s Friend StrongmanRun war auch dieses Jahr wieder eine große Herausforderung. David war vom Lauf begeistert, kein Wunder, bei den guten Hindernissen und dem vielen Schlamm. Es war ein einziger Abenteuerspielplatz inklusive Halbmarathon.
Allerdings war die Organisation der Veranstaltung ein Reinfall.
Aus den Fehlern des letzten Jahres hatte scheinbar niemand gelernt, die fairen Sportler mussten ewig an den Hindernissen anstehen (insgesamt über eine Stunde!), die Garderoben mit unseren Wertsachen waren nach dem Lauf ohne Aufsicht. Zudem kam noch, dass das Zeitlimit von 3:30 h erst nach unzähligen Kritiken der Läuferschaft aufgehoben wurde. Fisherman’s Friend hat sicherlich die Hälfte der Läufer für nächstes Jahr vergrault und ich werde mir die nächste Teilnahme für 80€ auch noch gründlich überlegen. Vielleicht ist der Nürburgring einfach eine Nummer zu groß, ich weiß es nicht.
Ich hoffe, die Veranstalter lernen aus ihren Fehlern und organisieren nächstes Jahr einen großartigen Lauf.

Für Interessierte hier noch eine kleine Auswahl sehr guter Hindernisläufe:

  • Braveheart Battle (klingt ausgezeichnet)
  • Tough Guy (Vorsicht, teuer!)
  • Cross Days (ich bin angemeldet)
  • und die kleinen Brüder des Fisherman’s Friend StrongmanRun in Belgien, Schweiz, Frankreich, Italien und den Niederlanden.

Zu zweit läuft es sich einfach besser

Iditarod Race: Das härteste Hundeschlittenrennen der Welt

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Foto: Jeff Schultz / AlaskaStock / ITC

An jedem ersten Samstag im März fällt der Startschuss zum härtesten und längsten Hundeschlittenrennen der Welt, dem Iditarod Race. Es gilt, seinen von 16 Hunden gezogenen Schlitten in 8 bis 15 Tagen von Anchorage nach Nome zu durch die Eiseskälte von Alaska zu steuern. Das bedeutet stattliche 1.570 Kilometer wilde Fahrt, bei der die Musher (die Schlittenführer) und ihre Hunde unglaublichen Strapazen ausgesetzt werden. Aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe müssen sie den Zielpunkt innerhalb kürzester Zeit erreichen.

Dabei werden sie dem Whiteout der Schneeebenen und frostigen Temperaturen ausgesetzt, die gefühlt auf unter minus 70°C sinken können. Nur als eingespielte Gemeinschaft ist es überhaupt möglich, ein solch gefährliches Unterfangen zu meistern. Die Wahl der Route ist den Mushern überlassen, jedoch gibt es 26 Checkpoints, an denen die Teams eine Pause machen und ihre Vorräte auffüllen dürfen.

Wiederbelebung einer uralten Tradition

Die Strecke des heutigen Iditarod Race stellte früher einen Versorgungsweg zwischen Küstenorten und Orten im Landesinneren dar. Über ihn wurden Post, Gold und Lebensmittel transportiert. Als 1925 in Nome eine Epidemie ausbrach, wurde schnellstmöglich ein Impfstoff benötigt. Die schnellsten Hundeschlittenteams Alaskas sollten die Medizin nach Nome bringen. Innerhalb von acht Tagen erreichten sie die Stadt und konnten damit die Epidemie stoppen.

Spricht man heute von der Entstehungsgeschichte des Rennens, wird oft Joe Redingtons Name genannt. Mit nicht mehr als 18 US$ in der Hosentasche kam er 1948 nach Alaska und konnte sich sofort für Land und Leute begeistern.
Vor allem imponierte ihm die traditionelle Nutzung von Hundeschlitten. Als er bemerkte, wie Schneemobile immer mehr diesen Teil der Kultur Alaskas verdrängten, veranstaltete er 1967 sein erstes Hundeschlittenrennen, das sich über 56 Meilen erstreckte. In den Jahren darauf verlängerte er die Strecke, jedoch sank das Interesse der Leute und so versprach Joe dem Gewinner seines ersten Iditarod Race 1973 ein Preisgeld von 50.000 USDollar. Am Starttag war diese Geldmenge noch lange nicht in Sicht. Doch aufgrund seines unbändigen Willens konnte er das Geld auftreiben, bevor der erste Schlitten das Ziel erreichte.

Trotz vieler organisatorischer und finanzieller Rückschläge (Joe spendete einmal Teile seines Grundstückes, um die Siegerprämie attraktiver zu gestalten), hielt Redington das Iditarod immer am Leben. Er wollte die Kultur der Schlittenhunde bewahren und den historischen Iditarod Trail unvergesslich machen. Obwohl er an vielen Rennen teil nahm, konnte Joe nie eines für sich entscheiden. Ihm war es allerdings auch wichtiger, mit seinen Hunden unterwegs zu sein, als einen Sieg zu erringen.

Foto: Jeff Schultz / AlaskaStock / ITC

Das letzte große Abenteuer

In der Sprache der Ureinwohner Alaskas bedeutet Iditarod „weite Ferne“.

Mittlerweile sind Qualität der Ausrüstung, des Proviants und das Preisgeld durch Mithilfe von Sponsoren gestiegen, was Musher aus allen Teilen der Welt anzieht. Heutzutage ist das Rennen das bekannteste Sportereignis Alaskas. Doch nicht nur das Preisgeld lockt Schlittenführer. Viel mehr ist es für sie die Chance, an einem der letzten großen Abenteuer unserer Welt teilzunehmen. Es erfordert Nerven aus Stahl, sich in eine extreme Herausforderung wie diese zu stürzen – und trotzdem können sich immer mehr Menschen für das Wettrennen begeistern.

Foto: Jeff Schultz / AlaskaStock / ITC

Mensch und Tier sind in der Wildnis Alaskas vollkommen auf sich allein gestellt. Ihr Weg führt sie durch weite Tundren, Gebirge, dichte Wälder und über vereiste Flüsse. Faszination und hochriskantes Wagnis gleichermaßen. Arbeiten Hunde und Führer nicht perfekt zusammen, bedeutet dies das aus für das jeweilige Team. Im tiefsten nordischen Eis herumzuirren ist wahrscheinlich das Letzte, was man sich wünschen würde.
John Bakers Team hat bisher am schnellsten das Ziel erreicht. In einer beeindruckenden Zeit von 8 Tagen, 18 Stunden, 46 Minuten und 39 Sekunden meisterte er mit seinen Hunden die strapaziöse Strecke.

Bemerkenswert ist auch das Engagement der vielen tausend Helfer, die das Wettrennen jedes Jahr aufs Neue überhaupt möglich machen und diese wunderbare Tradition am Leben halten.

Foto: Jeff Schultz / AlaskaStock / ITC

Mein Dank gilt Erin McLarnon, Communications Director des Iditarod Race 2012, welche mir das tolle Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat.
Big thank you to Erin McLarnon, Communications Director of the Iditarod Race, who provided me with great pictures.