Kaffeeersatz

Reisecheck: Winterurlaub in Südtirol ‐ Sextener Dolomiten

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Sextener Dolomiten, Foto von Mack Wandex, https://unsplash.com/@mackwandex

Die Anfahrt zum Waldgebiet gestaltet sich mit dem Snowboard etwas ruckelig. Die tragende Schneemasse ist noch von Dezember und dementsprechend gefestigt. Beim Bremsen werden die Beine durchgeschüttelt wie ein Presslufthammer. Aber dann ist unsere kleine Tiefschneeabfahrt auch schon erreicht, die wir jedes Jahr bewerkstelligen. Unter dem Lift erstreckt sich die von Schneewehen und lichtem Wald herabziehende Abfahrt abseits der Piste. Anscheinend sind wir die Ersten, die seit dem bisschen Neuschnee vor wenigen Tagen hier ihr Glück versuchen. Nach einem kurzem Nicken zu meinem Brettkollegen, beginnt das relativ kurze Stück Tiefschnee, das es aber teilweise in sich hat. Die Abfahrt mündet wieder auf eine reguläre Piste. Wieder so ein Grund, warum ich jedes Jahr auf‘s Neue nach Sexten‐ Sesto komme, dachte ich.

Südtirol ist eine Wissenschaft für sich. Aber eine angenehme, köstliche und spaßige Wissenschaft. Sowohl im Winter als auch im Sommer kommen Outdoorsportler hier voll auf ihre Kosten. Seit ungefähr neun Jahren komme ich für eine Woche in die kleine Gemeinde Sexten‐Sesto. Es ist nie langweilig geworden, weil es immer etwas Neues zu entdecken gibt und man sich irgendwie wie im Paradies fühlt.

Hier die wichtigsten Informationen zu den Sextener Dolomiten:

Anfahrt

Ein Auto ist nicht zwingend erforderlich, aber ausgesprochen ratsam. Shuttlebusse zwischen Hotel und Pisten sind zwar ganz nützlich, aber das war es dann auch schon. Wer mehr sehen möchte als Abfahrten, kommt um ein eigenes Vierrad nicht herum.
Aus Deutschland kommend ist die Brennerautobahn die schnellste Variante. Auch wenn hier Vignette und Mautgebühren auf die Nerven gehen, spart man ungefähr eine Stunde Fahrt und wird bei der anschließenden einstündigen Fahrt durch das Pustertal mit wundervollen Aussichten belohnt. An der Stadt Bruneck vorbei, sind es auch nur noch ein paar Minuten zum Ziel. Die Anfahrt mit dem Auto ist auch am günstigsten, da auf vielen Strecken in Richtung der Alpen Mitfahrer eine Mitfahrgelegenheit suchen. Google‐Maps hilft bei der Routen für ein besseres Bild aus der Vogelperspektive.

Unterkunft

Wie in jedem Gebiet sind Frühbucher hier klar im Vorteil. Reiseveranstalter haben dieses Gebiet noch nicht vollkommen ausgeschlachtet. Ihr müsst also noch selbst den Hörer in die Hand nehmen und die Pensionen und Hotels anrufen, um ein Zimmer zwischen 20 und 40 Euro die Nacht (mit Frühstück) zu erhalten. Ein fairer Preis, der auch direkt bei den Betreibern landet und nicht bei geldgierigen Hotelketten. Die Skipässe bringen die Brieftasche nicht so sehr zum Weinen wie in Kitzbühel oder anderen touristenüberfüllten Gebieten. Ca. 150 Euro kostet ein Wochenpass. Allerdings empfehle ich zwei Tage Pause einzuplanen, da es in der Gegend wirklich viel zu sehen gibt. Dazu aber später noch einige Informationen.

Pistenverhältnisse

Die Pistenverhältnisse sind erste Sahne. So gut wie jede Nacht fahren die Schneekatzen über den aufgewühlten Schnee vom Tag und präparieren die Pisten. Es sind alle Schwierigkeitsstufen vorhanden. Vom Babyhügel über langgezogene Talabfahrten, bis zur schwarzen Piste. Es kommt also Niemand zu kurz. Ich empfehle euch einen Stop in den Hütten einzuplanen, die auf dem Weg einer Talabfahrt liegen. Das Board oder die Ski abgeschnallt, eine Südtiroler Köstlichkeit zu sich nehmen und weiterfahren.
Für Extremsportler wird seit einigen Jahren ein Freestylepark errichtet. Kicker und Rails in Easy‐ und Medium‐Kategorie laden zum austesten oder verbessern der eigenen Freestyle‐Skills ein. Wer genug hat vom ständigem Hoch‐ und Runterfahren auf der Piste, macht einfach einen kleinen Abstecher in den Tiefschnee. Einsteiger auf dem Gebiet „Powdern“ können den Tiefschnee in Pistennähe nutzen. Wer allerdings den etwas größeren Nervenkitzel sucht, kommt nicht drumherum sein Board abzuschnallen und eine kleine Wanderung zu unternehmen. Denn die anspruchsvollen Routen liegen etwas weiter weg, sind aber prima vom Lift aus zu sehen. Einfach die Augen offen halten.

Was gibt es sonst noch?

Die Sextener Dolomiten bieten wirklich viele Freizeitmöglichkeiten. Im Sommer dominiert der Berg‐ und Klettersport, im Winter sind es die Schneewanderungen und der Pistensport. Viele Sehenswürdigkeiten, wie der Pragser Wildsee, sind im Sommer und im Winter absolut sehenswert. Ebenso die „Drei Zinnen“ ‐ das Markenzeichen von Südtirol. Von der „Drei Zinnen Hütte“ aus,hat man einen wunderschönen Panoramablick auf die drei Bergkonstruktionen. In Sexten selbst kann man sich im Sportzentrum austoben. Hier gibt es eine riesige Kletterhalle, die nicht gerade die einfachsten Routen anbietet. Wer lieber entspannen möchte, sollte unbedingt den Caravanpark besuchen. Ein Wellnessbereich der Extraklasse. Entspannung pur! Die Restaurants sind eigentlich alle empfehlenswert. Egal ob italienische oder Südtiroler Spezialitäten, die Küche ist schmatzig lecker. Geheimtipp: die beste Pizza gibt es beim „Erich“ (neben der örtlichen Käserei). Nach unserer Ankunft, essen wir jedes Jahr die Hochpustertaler Schlutzkrapfen und Krautsalat. Typisch für Südtirol und ein wahrer Gaumenschmaus.

Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Eindruck von den Sextener Dolomiten geben konnte. Wer noch Fragen hat, kann einfach einen Kommentar abgeben.

Übrigens hat das i‐ref magazine eine lesenswerte Artikelserie über Südtirol veröffentlicht. Absolut empfehlenswert!

Pistenübersich Sexten‐Sesto

Die Lawine: Vorsorge und richtiges Verhalten, wenn es dich überrollt

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Bild via weltbildung.com von Georg Mader

In den Bergregionen ist die Lawine nicht gerade der beste Freund des Menschen. Im Winter kann es schon mal vorkommen, dass sich Schneemassen lösen und ins Tal herunterrutschen. Gerade Outdoor‐begeisterte, die auch im Winter in den Bergen unterwegs sind, sollten vorher gut informiert sein. Wie entsteht eine Lawine? Wie bereite ich mich für den Notfall vor? Und die wichtigste Frage: Wie verhalte ich mich, wenn es bereits zu spät ist und mich die Lawine überrollt? Dies Fragen werden in diesem Artikel geklärt und geben euch wertvolle Tipps mit auf dem Weg.

Wie entsteht eine Lawine?

Auf Grund der unterschiedlichen Lawinenarten, gibt es verschiedene Entstehungsarten. Für alle gilt:

  • Ab einer Hangneigung von 25° wird es gefährlich
  • Hanglage: Nordhänge sind bedrohlich (Sonnenschein → Grundlawine)
  • Schneewehen (insbesondere bei Neuschnee) sind stark gebunden und können als „Schneebrett“ gelöst werden
  • Bei hohen Mengen Neuschnee in kurzer Zeit, bietet sich für die alte Schneedecke keinen Halt und kann unter Druck abrutschen

Welche Ausrüstung benötige ich?

Gerade ich bin ein totaler Minimalist und packe oft weniger als das Notwendigste ein. In manchen Regionen kann das sehr gefährlich sein. Für eine Tour in den Bergen sollte allerdings auf folgende Gerätschaften nicht verzichtet werden:

Für die technischen Geräte solltet ihr euch auf alle Fälle vom Fachmann beraten lassen. Hier gilt die alte Regel: billig muss nicht zwingend gut sein! Vor der Tour solltet ihr die Lawinennachrichten abhören (je nach Region: Internet, Radio oder vor Ort bei der Bergwacht). Früher wurde übrigens anstelle des LVS‐Gerät eine 5 Meter lange Reepschnur um den Bauch gebunden. Nach einer Verschüttung vereinfachte es die Suche.

Wie bewege ich mich in der Lawinenzone korrekt?

Hierbei kommt es natürlich darauf an, ob ihr zu Fuß oder mit Ski/Snowboard unterwegs seid. In beiden Fällen solltet ihr euer LVS anschalten und auf „senden“ stellen. Überprüft vorher, ob alle Personen bei euch sind. Wenn ja, schreibt alle Namen auf einem Zettel. Solltet ihr nämlich alle von einer Lawine überrollt und von der Bergwacht freigeschaufelt werden, könnt ihr den Zettel gleich weitergeben als Information. Zeit ist bei einer Rettung einer der größten Gegner.

Nun zurück zum Thema. In der Lawinenzone solltet ihr Rippen, Grate, Buckel, Terrassen, Geländerücken oder Wälder als Wegpunkte bevorzugen. Meidet Rinnen, Gräben oder Hangteile unter Schneeverwehungen. Es wäre auch ratsam den auslaufenden Hangfuß zu umgehen, da hier eine Druckzone besteht, die die obere Schneemasse hält. Hangquerungen sind typisch gefährliche Lawinenzonen. Sollte es unvermeidbar sein, dass ihr einen Hang queren müsst, versucht am oberen Ende entlangzugehen. Mit dem Ski könnt ihr auch eine leicht fallende Linie fahren. Aber Vorsicht – immer schön langsam.

Herausragende Felsen und Baumgruppen können als sichere Zwischenstopps genutzt und angepeilt werden.

Mehrere Personen sollten 5 – 10 Meter Abstand halten, auf Grund der Druckbelastung im Schnee.

Eine Lawine bricht aus – was tun?

Wenn der Schnee unter euren Füßen wegrutscht, versucht Halt zu finden. Herausragende Sträucher, Äste oder Felsbrocken sind hierbei optimal. Löst euch aus der Bindung des Snowboards oder der Ski. Die Bretter an den Füßen wirken wie ein Anker, der von den Schneemassen immer weiter in die Tiefe gezogen wird. Versucht nicht auf der Lawine mit dem Board zu reiten. Viele Lawinenopfer, die versucht haben auf der Lawine zu „surfen“, berichten, dass es sinnlos ist. Ihr seid kein Travis Rice oder Jeremy Jones. Wichtig ist, dass ihr versucht an der Oberfläche zu bleiben. Sprünge, Abrollen oder Schwimmbewegungen haben sich hierbei bewährt. Es sollte dabei immer der Rand der Lawine angepeilt werden, um aus den bewegenden Schneemassen herauszukommen.
Werdet ihr vom Schnee überrollt, nehmt die Embryostellung ein. Nach dem Stillstand müsst ihr euch strecken, um Raum zum Atmen zu erhalten. Verliert nicht die Orientierung – Wo ist oben? Wo ist unten? Hier ein Tipp: der Speichel im Mund kann es euch verraten. Dank der Schwerkraft, fließt dieser immer nach unten. Ruft erst um Hilfe, wenn ihr Schritte hört. So spart ihr wertvolle Energie. Die Personen, die nicht von der Lawine überrollt wurden, müssen sofort handeln und genau beobachten, wo der verschüttete liegen könnte. Durch das LVS vereinfacht sich die Suche natürlich. Dennoch ist sofortiges Handeln notwendig.

Wenn ihr diese Tipps im Hinterkopf behaltet, kann es euch im schlimmsten Fall das Leben retten. Wer eine spezielle Schulung zum Thema Lawinen machen möchte, sollte sich beim Deutschen Alpinverband informieren.

Lomo‐Wall: #Cars

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Ich habe wieder in meiner Bilddatenbank gewühlt und ein einige analoge Bilder gefunden zum Thema „verdammt geile Autos“
Kamera: Canon EOS 300
Ort: Flugplatz Finow

 

Klettern in den italienischen Südalpen – Einstieg in die alpine Kletterei für Tiefländer?

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Panoramablick von den „5 Türmen“

Vor ein paar Wochen war ich mit einem Freund in den italienischen Alpen. Dort entdeckten wir eine interessante Kletterregion: Cinque torri. Eine Region, die angeblich einen Einstieg in die alpine Kletterei bieten soll. Wir haben uns dort umgesehen. An dieser Stelle möchte ich auch einen neuen Autoren für Kaffeeersatz begrüßen: Piet. Er hat unsere Erlebnisse textlich und informativ zusammengestellt:

Der Aufstieg ‐ Cinque Torri

Es kribbelt unter den Nägeln, wie ein Ameisenbasar. Wer fern ab von den Kunsttürmen der Städte des Öfteren im Elbi, Löbejün oder dem Sportklettertraum Frankenjura seine Muskeln anspannte, merkt bald, dass nur der wahre Fels das Herz ruhigstellt. Da liegt es auf der Hand auch bald den nächsten Schritt gen Alpen zu wagen. Doch wie soll der Borhaken- verwöhnte Flachland-Buam dies ohne Bergführer oder Nervenzusammenbruch bewerkstelligen? Ich berichte im Folgenden
über einen Spot der Extraklasse, der eine selbst organisierte Tour ermöglicht und sie zudem unverkennbar zum Highlight der Klettersaison 2011/12 machen könnte.

In den Ampezzaner Dolomiten (via Cortina d’Ampezzo/ Falzaregopass) stößt man nach steigungsreicher Auffahrt an der Flanke des Nuvolau zum malerisch gelegenen Cinque torri (ca. 2300m) auf. Eingeschlossen von anmutigen 3000er Massiven in allen Himmelsrichtungen, machen die „5 Türme“, die für einheimische Kletterer als Übungsfelsen in allen Schwierigkeitsgraden gelten (2-9 Grad UIAA-Skala), auf uns jedoch mächtig Eindruck. Bis zu 120m erheben sie sich über den Zustieg. Um in der alpinen Kletterei erste Züge zu wagen, bietet dieser Ort reichlich Erfahrungspotential. Scharfkantiger Fels schafft tolle Griffsicherheit und eine unendliche Auswahl an Bewegungsmöglichkeiten. Risse, Kanten, Lochkletterei und ein unbeschreibliches Höhengefühl wischen die Unruhe der langen Anreise sofort weg. Mehrseillängen-Routen regieren hier und schaffen Bigwall-Charakter, sind teilweise gut abgesichert und erlauben Einblicke ins Keile-, Affenfaust- & Friends-Legen – alles im „Machbaren“! Wer noch zu viel Respekt vor der Höhe hat, kann auf Umlenker und kurze Routen vertrauen und diese auskosten.

Die restlichen Türme

Fern ab von den Arcos Europas, wo „Cappuccino-im-Klettergurt-trinkende“ und sonstige Freizeitsportler sich gegenseitig überrennen, findet man in Cinque torri reichlich Minuten der Ruhe. Ausgesetzt zwischen Murmeltieren, die Futter suchen und vereinzelten alten Kletterhasen aus aller Welt, mit denen man das ein oder andere bildende Gespräch führt, wächst die Erkenntnis, dass keine Kunstroute der Welt das hier ersetzen kann.
Ein kleiner Geheimtip, den man garantiert nicht bereut, auch wenn man feststellen sollte, dass alpines Gelände doch noch eine Nummer zu groß ist!

Checkliste

(oder: Was man niemals vergessen sollte, wenn man in den Alpen krackseln möchte)

  • Helm (Ja! Erosion schläft auch heute nicht. 2004 kippte einer der gewaltigen Türme einfach tagsüber um)
  • gutes Schuhwerk
  • Jacke für Wetterstürze
  • Topoführer und ein erweitertes Equipment (Keile, 5+ Karabiner, Schlingen, etc.) sind essentiell

Der umgekippte Turm (etwa 20 Meter hoch)

Piet W., den 09.08.2011

Bergbauern in Südtirol – Es lebe die Tradition

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„Täglich Arbeit – täglich Brot“ steht in fast jeder Almhütte der Bergbauern. Ihre Lebensaufgabe ist es, Haus und Hof ordentlich zu halten und durch ihr tägliches Schaffen die Familie zu ernähren. Vielen ist das nicht bewusst, aber tatsächlich ist diese Tradition unglaublich harte Arbeit. Wir besuchten ein paar Bergbauern in Südtirol und haben uns einen Eindruck verschafft. Was uns besonders auffiel – Geschichte und Tradition einer Bauernfamilie werden geschätzt. Ausgezeichnet mit ihrer Gastfreundschaft, werden die Bergbauern oft von Wanderern und Touristen besucht.

„Es gibt immer etwas zu tun“

Bereits früh am Morgen wird eine To‐Do‐Liste im Kopf erstellt, welche Arbeiten zu erledigen sind. Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als transportieren die Bauern irgendwelche Dinge von A nach B. Der Schein trübt. Der Berghang muss gemäht werden (enorm großes Gefälle), das Gras muss getrocknet und in die Scheune transportiert werden. Von dort aus geht es zu den Tieren in den Ställen. Klingt einfach. Nebenbei fallen aber noch allgemeines Füttern der Tiere, Reparaturen und Wartung von Maschinen, Pflege und Schönheitsreparaturen am Hof an. Meist werden diese Aufgaben von Vater und Sohn erledigt.

Wir gehen zur Hand … ähm … zum Euter

Der Kuhstall weckte unser besonderes Interesse. Als wir über die Türschwelle traten, schauten uns 15 sanftmütige Geschöpfe an. Zahm sind die Damen. Der Bauerssohn erzählte uns einiges zum Thema Melken. Zwei Mal am Tag werden die Euter der Kühe geleert (morgens und abends). Erst werden die Kühe gefüttert, damit sie ruhiger sind. Danach wird der Schemel geschnappt und mit warm Wasser das Euter gereinigt. Anschließend wird kurz per Hand „angezapft“. Hier dürfen wir auch Hand anlegen. Das Melken funktioniert erstaunlich einfach. Ist die Handarbeit erledigt, wird die Melkmaschine angeschlossen. Hier verfliegt die Vorstellung von Tradition. Allerdings wird uns berichtet, dass die Anlage erst im Februar angeschlossen wurde. Vorher wurde die Arbeit mit reiner Muskelkraft betrieben. Eine gute Kuh gibt 30‐35 Liter Milch am Tag. Keine einfache Arbeit früh am Morgen oder am späten Abend.
„Da weiß man, was das eigentlich für schwere Arbeit ist.“ Berichtet uns der junge Bauer, während er eine weitere Kuh an die Melkanlage anschließt.
Die Milch gelangt über ein Rohrsystem in einen Tank, der das weiße Gold auf 6°C abkühlt. Am nächsten Tag wird die Milch ins Tal zu der hiesigen Käserei und Molkerei gefahren. Dort stehen bereits die ersten Kunden Schlange, um etwas von den Köstlichkeiten zu erlangen.

Es funktioniert!

Riesige Betriebe mit unzähligem Vieh? Große Distanzen zu Verarbeitungshallen? Dumpingpreise für die bäuerlichen Erzeugnisse? Hier nicht! Genau das hat uns angenehm überrascht. Im Sommer wird die Arbeit unter mehreren Bauern aufgeteilt. Einer kümmert sich um die Kühe der anderen. Einige legen dann mit der Herde 40km am Tag zurück, um den Tieren Auslauf und Abwechslung zu bieten. Kälber tollen an den Hängen herum, Ziegen klettern auf Baumstämme und Felsen. Durch die regionale Verarbeitung, die nicht auf Massenware für die ganze Welt ausgerichtet ist, fühlen sich nicht nur die Tiere, sondern auch die Bergbauern wohl. Und außerdem, ob man es glaubt oder nicht, geschmacklich grenzt sich dies deutlich von der Massenware ab.